Färben mit Kurkuma – Alten Stoffen neues Leben einhauchen

Von Cara Harstick

Textilien so lange wie möglich zu verwenden ist der nachhaltigste Weg, den du gehen kannst. Dabei können natürliche Farbmittel helfen, alten Textilien aus Naturfaser neues Leben einzuhauchen. Beim Färben mit natürlichen Mitteln sollten nur Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen verwendet werden. Synthetische Fasern nehmen den Farbstoff nicht gut auf.

Ich versuche mich heute am Färben mit Kurkuma. Zu färben gilt es einen alten weißen Kissenbezug und ein weißes T-Shirt mit einem Fleck, der einfach nicht mehr rausgehen will. Das T-Shirt wäre deshalb früher oder später wahrscheinlich in den Container gewandert.

Alles, was du dafür brauchst:

  • Kurkuma
  • Weißweinessig
  • Wasser
  • Großer Edelstahltopf

Schritt 1: Waschen

Die Textilien in der Maschine oder per Hand waschen. Wichtig dabei: ohne Waschmittel!

Es gilt nämlich, den Stoff so gut wie möglich von Chemikalien zu befreien. Der Stoff sollte danach trocknen.

Schritt 2: Den Stoff beizen

Das Beizen hilft dabei, dass die Fasern die Farbe besser aufnehmen und fixieren.

Für das T-Shirt und den Kissenbezug habe ich drei Liter Wasser und 0,75 Liter Essig verwendet. Wichtig ist, dass der Stoff komplett von Flüssigkeit bedeckt ist. Wasser und Essig werden erhitzt. Wichtig dabei: Es soll nicht kochen. Den Stoff etwa eine Stunde einweichen lassen, danach gut mit klarem Wasser auswaschen, bis kein Essiggeruch mehr vorhanden ist.

Schritt 3: Färben

Ich habe wieder drei Liter Wasser verwendet. Zu wenig sollte es nicht sein, da der Stoff komplett vom Wasser bedeckt sein soll. Zu viel Wasser vermindert dagegen die Farbintensität, es sei denn, das Farbmittel wird in entsprechenden Mengen eingesetzt.

Ich wollte eine möglichst dunkle Farbe erreichen, weshalb ich eine komplette Packung Kurkuma (50g) verwendet habe. Außerdem hatte ich noch einige frische Kurkumawurzeln zur Hand, die sowieso verwertet werden mussten. Ob sie die Farbintensität weiter beeinflusst haben, kann ich nicht sagen.

Die Textilien für eine intensive Farbe etwa eine Stunde bei geringer Hitze kochen. Das Wasser soll leicht sprudeln, aber nicht zu stark kochen. Damit der Stoff permanent vom Färbewasser bedeckt ist, habe ich einen Teller in den Topf gelegt. Jeder hitzebeständige Gegenstand ist hierfür geeignet.

Nach einer Stunde wird der Stoff gründlich ausgewaschen und zum Trocknen aufgehängt.


Tipp!
Für mein T-Shirt wollte ich mich auch gleich noch am Batiken ausprobieren. Im Internet lassen sich zahlreiche Anleitungen für verschiedene Muster finden. Ich habe mich für eine Spirale entschieden. Dazu wird der Stoff ausgebreitet, in der Mitte bzw. dort, wo die Spirale zusammenlaufen soll, wird angesetzt und der Stoff zusammengedreht. Das Bündel wird mit Gummis befestigt.

Fazit:

Das Färben ist durchaus zeitaufwändig und sauber bleibt die Küche dabei auch nicht. Es lohnt sich aber trotzdem! So ein sattes, natürliches Orange habe ich noch nie im Laden gefunden. Es ist eine tolle Möglichkeit, um alte Textilien aufzuwerten, die sonst in den Container wandern würden.

In meinem Fall hat das Kurkuma den Fleck auf dem T-Shirt leider nicht ganz abgedeckt, allerdings ist er nun mal auch sehr dominant. Kleinere Verfärbungen kann das Kurkuma aber gut überdecken. Ganz einheitlich habe ich die Färbung nicht hingekriegt: Dort, wo der Stoff zum Trocknen auf der Leine auflag, haben sich hellere Stellen gebildet – deshalb am besten den Stoff nicht auf eine dünne Leine hängen, sondern großflächiger ausbreiten. Auch nachdem ich den Stoff trocken gefaltet habe, haben sich noch einmal hellere Stellen gebildet. Woran das liegt, weiß ich nicht. Anhand des T-Shirts lässt sich gut erkennen, welche Farben Kurkuma erzeugen kann: Je nach Dosierung kann man von einem zarten Gelb bis zu einem intensiven Orange alles erzielen. Ich bin gespannt zu sehen, wie sich die Farbe auf Dauer hält, denn die Textilien können angeblich auf 30 Grad gewaschen werden.

Fotos: Cara Harstick